10. Internationales Wunsiedel Schachfestival

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Im tiefen Oberfranken, nicht weit von der tschechischen Grenze, eingerahmt durch das Fichtelgebirge liegt das idylische Städtchen Wunsiedel. Andre Böhme, Thorsten Weist und ich (Stefan Grasser) haben uns entschieden, dieses Jahr über Christi Himmelfahrt bei diesem 7- Runden Turnier vom 5. bis 8. Mai mitzuspielen.

Für Thorsten und mich war es die erste Teilnahme, Andre fährt da schon seit mehreren Jahren hin. Es gab zwei verschiedene Gruppen, eine Meister- und eine Amateurgruppe, wobei Thorsten und ich von unserer Spielstärke für das Meisterturnier gar nicht zugelassen waren und Andre nach seiner Erfahrung aus dem letzten Jahr (0,5 / 7 Punkte) sich dieses Mal auch lieber für die „einfachere“ Variante entschieden hatte.

In der ersten Runde wartete auf jeden von uns eine Pflichtaufgabe, weil wir es alle mit schwächeren Gegnern zu tun hatten und siehe da, keiner schwächelte und wir starteten alle mit einem vollen Punkt in das Turnier (kommt ja eher selten vor).

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Auch die zweite Runde schien für Andre und Thorsten machbar, ich dagegen bekam es gleich mit der Nummer 1 an Brett 1 zu tun mit Video- und Internetübertragung. Andre entschied sich für ein kräftefreies remis, während Thorsten den nächsten vollen Punkt einsammelte. Ich dagegen musste mich nach fast fünf Stunden leider geschlagen geben, obwohl ich durchaus Möglichkeiten hatte, nicht als Verlierer vom Brett zu gehen.

Am zweiten Tag holten Andre und ich jeweils 1,5 Punkte und auch Thorsten konnte mit zwei remis Partien gegen nahezu gleichwertige Gegener zufrieden sein. Somit hatten Andre und Thorsten jeweils 3/4 und ich 2,5/4. Wir waren uns am Abend nach verschiedenen Bierchen einig, dass Tag drei zeigen würde, wohin die Turniereise denn nun geht.

Andre blieb auch am dritten Tag in der Vormittagspartie Sieger am Brett, Thorsten bekam es mit einer Frau (Ina Gottschall, DWZ 1550) zu tun, die bis dahin schon sehr stark gespielt hatte. Leider setzte Sie diesen Trend auch gegen ihn fort, und er musste die Partie nach hartem Kampf verloren geben. Ich spielte gegen einen 70-jährigen mit etwas über 1700 DWZ und ein ganz, ganz schlechter Zug von mir kostete mich die Partie. In der Nachmittagspartie durfte sich nun Andre mit der Gegnerin von Thorsten messen. Auch er kam leider nicht über ein remis hinaus, Thorsten war immer noch traurig vom Vormittag, spielte auch remis und ich hatte einen ganz schlechten Gegner, der mir den Sieg sehr einfach machte. Somit hatte Andre 4,5/6, Thorsten und ich jeweils 3,5/6.

Die letzte Runde fand am Sonntagvormittag statt und Andre hätte bei einem Sieg unter den ersten fünf der Tabelle landen können. Dies war auch der Grund, dass er ein remis ablehnte, obwohl er den Gegner gut kannte. Leider tappte er dann im Drachensystem in eine Falle und verlor bereits nach ca. einer Stunde. Thorsten spielte auch die letzte Partie remis, nur ich konnte noch einen Glanzpunkt setzen mit einem Sieg gegen die Nummer 6 (immerhin 1825 DWZ). Somit hatten Andre und ich jeweils 4,5 und Thorsten 4 Punkte geholt. In der DWZ Auswertung drückt sich das wie folgt aus: Andre -19 Punkte, Thorsten -13 Punkte und ich + 18 Punkte.

Somit fiel natürlich die Zufriedenheit über das Erreichte unterschiedlich aus, aber in einem waren wir uns alle einig, es war ein sehr, sehr schönes Turnier. Leider findet es 2017 nicht statt, aber in zwei Jahren 2018 spiele ich auf jeden Fall wieder mit und ich kann nur allen Helleraner empfehlen, es mir gleich zu tun.