Landesliga Nord 2. Spieltag - 04.11.2007: SV Hellern Bremen-Nord = 5-3
Im ersten Heimspiel der Saison musste der Gastgeber auf Reinhold Happe verzichten, der Favorit Bremen-Nord reiste ohne Gerd Janusch an. Nach relativ schnellen und keineswegs überraschenden Remisen an den Spitzenbrettern folgte ein für den Gastgeber strategisch wichtiger Teilerfolg: Franz Ernst konnte sich gegen den Bremer Altmeister Lange und dessen Damenbauerneröffnung erfolgreich behaupten. Dem dritten Remis folgte ein verdienter Sieg von Peter Kovermann gegen den Bremer Reservespieler Pundt, der allerdings von A. Büscher egalisiert wurde, der Hajo Bades Dame fangen konnte. Für die Bremer war nach dem 2,5-2,5 eine ernste Situation entstanden, da Lunkmoss nach der Zeitkontrolle dem Matt ins Auge blicken musste, während Stefan Röhrich als Nachziehender bereits ein Remisangebot seines Gegners abgelehnt hatte. Relativ sicher schien zudem Martin Hart zu stehen, sodass ohne dramatische Wendungen ein klarer Sieg für Hellern unter dem Strich herauskommen sollte. Auf die Dramatik musste man nicht lange warten: Weder André Böhme noch die heiß gelaufenen Mannschaftskameraden und zahlreiche Kiebitze fanden das Matt, was den sich zäh verteidigenden Gerhard Lunkmoss ins Spiel zurückbrachte, während Andrew Kawalec in großer Zeitnot einen äußerst gefährlichen Gegenangriff aufgebaut hatte.
In dieser Phase sorgte Stefan Röhrichs fantastisches Finale für die etwa beruhigende 3,5-2,5-Führung.
Der Gesamtsieg schien allerdings nicht mehr möglich zu sein, da sich Lunkmoss durch eine exakte Defensive dem Angriff entzogen hatte und Martin Hart, mittlerweile völlig überspielt, die Wahl zwischen der sofortigen Aufgabe und einem letzten Trick hatte. Er entschied sich für Letzteres und Kawalec wurde zur tragischen Figur: mit hängender Klappe entschied er sich gegen einen der vielen Gewinnzüge und wurde durch einen schlichten Läuferzug seines Gegners überrascht: Matt!
Damit war der Erfolg perfekt. Am 6. Brett einigte man sich schnell auf Remis. Zweifellos war der Sieg angesichts der zähen Verteidigungs- und Konterqualitäten der Bremer in der Schlussphase etwas glücklich, aber auch aufgrund der individuellen Leistungssteigerungen und einer kompakten Teamleistung nicht unverdient.
Die Landesliga ist ein Stückchen spannender geworden. Dr. Ortwin Thal |