Starke Gäste kämpften sich ins Match zurück Die Partie am Spitzenbrett war schnell entschieden: die Tostedter Spitzenspielerin Rogge-Wokittel spielte zwar noch 1.e4, gab aber postwendend auf, als Hellern Brett 1 die Hand in Richtung c-Bauer bewegte.
Eine Partie auf recht hohem Niveau spielten Ulf Wokittel und Hans-Jürgen Bade, der sich früh mit einer starken Initiative des Tostedters auseinandersetzen musste. Als Hajo einen auf den ersten Blick völlig logischen Zug ausführte, entpuppte sich dieser auf den zweiten Blick als Ungenauigkeit die einzige in seiner Partieanlage. Aber dies reichte dem Tostedter, um mit einem überraschenden Bauernopfer einen scharfen Angriff einzuleiten, der auch verdient zum Erfolg führte.
Stefan Röhrich, der als Nachziehender während der gesamten Partie eine deutliche Initiative besaß, musste sich in einer haarsträubenden Schlussphase plötzlich mit hartnäckigem Gegenspiel auseinandersetzen, das ihn völlig in die extreme Zeitnot seines Gegners hineinzog. Während der Prinz von Dänemark bei Shakespeare noch Zeit genug hat, um über Sein oder Nichtsein zu sinnieren, fehlte den oben abgebildeten Protagonisten mangels Zeit die Gemütsruhe für tiefsinnige Überlegungen. Matt oder selbst Matt hieß die Devise und nachdem Stefan fast seine gesamte Zeit für den finalen Gegenschlag verbraucht hatte, entlud sich ein Trommelfeuer von Angriffszügen auf den weißen König, das jeder Bullet-Partie Ehre gemacht hätte. Selbst in der Schlussstellung wussten einige Kiebitze noch immer nicht so richtig, wer denn nun gewonnen hat. Dem resignierten Achselzucken des Tostedters war jedoch zu entnehmen, dass Stefan die Partie gewonnen hatte. 4-3!
Den Schlusspunkt setzte dann Jan Wöllermann, der seinem Gegner ein Remisangebot machte, dass dieser nicht ablehnen konnte. Auch diese Partie verdiente Beachtung, da der Tostedter Peter Angermaier eine verbissene Verteidigung aufs Brett zauberte, die ihn in ein Endspiel mit ungleichen Läufern rettete.
Ein spannender Sonntag. Hellern bleibt Tabellenführer, spürte aber, dass die Rolle des Jägers manchmal leichter ist als die des Gejagten. Dr. Ortwin Thal |